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Bank of England bremst beim digitalen Pfund - Stablecoins könnten die Lücke füllen

Großbritannien setzt beim digitalen Bezahlen vorerst auf private Anbieter. Die Bank of England habe es mit einem digitalen Pfund nicht eilig, sagte Vizegouverneurin Sarah Breeden am Montag am Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Bangkok. Stablecoins und tokenisierte Bankeinlagen könnten ähnliche Vorteile bringen. Die Europäische Zentralbank (EZB) treibt dagegen den digitalen Euro voran.

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Bank of England bremst beim digitalen Pfund - Stablecoins könnten die Lücke füllen

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Bank of England hat es nach Worten von Vizegouverneurin Sarah Breeden nicht eilig mit einem digitalen Pfund; private Stablecoins und tokenisierte Bankeinlagen könnten ähnliche Vorteile bringen.
  • Ob das Projekt weiterläuft, wollen Notenbank und Finanzministerium noch 2026 entscheiden; für Stablecoins in Pfund soll ab 2027 ein eigener Rechtsrahmen gelten.
  • Die Eurozone geht einen anderen Weg: Das EU-Parlament machte im Juli den Weg für Verhandlungen über den digitalen Euro frei, die EZB peilt eine erste Ausgabe 2029 an.

Die Entscheidung hängt an privaten Alternativen

Breeden äußerte sich im Gespräch mit dem Thinktank Atlantic Council, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete. Weil sich im digitalen Zahlungsverkehr ohnehin viel bewege, gebe es keinen Grund zur Eile. Ob die Notenbank ein digitales Pfund für Privatkunden einführt, in Großbritannien oft „Britcoin“ genannt, hänge davon ab, „wie wir sonst an diese Vorteile der Tokenisierung und Innovation kommen könnten“.

Neu ist diese Linie nicht. Schon im Mai beschrieb Breeden in einer Rede in London ein System mit mehreren Formen von Geld. Neben klassischen Bankeinlagen sollen tokenisierte Einlagen, regulierte Stablecoins und möglicherweise eine digitale Zentralbankwährung stehen. Alle Formen müssten sicher und jederzeit austauschbar sein, sodass ein Pfund ein Pfund bleibe, egal wer es ausgibt.

Digitales Pfund: Entscheidung noch in diesem Jahr

Bank of England und Finanzministerium arbeiten derzeit in einer Entwurfsphase an den Details. Noch 2026 wollen sie nach Angaben der Notenbank über die nächsten Schritte entscheiden und dazu einen ausführlichen Bauplan sowie eine gemeinsame Bewertung vorlegen. Frühestens in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts könnte ein digitales Pfund ausgegeben werden. Vorher müsste das Parlament zustimmen, und die Regierung hat Gesetze zum Schutz der Privatsphäre angekündigt.

Stablecoins in Pfund ab 2027

Konkreter sind die Pläne für private Alternativen. Am 22. Juni legte die Bank of England Regeln für Pfund-Stablecoins vor, die für das Finanzsystem bedeutend sind. Emittenten dürfen danach bis zu 70 Prozent ihrer Reserven in kurzlaufenden britischen Staatsanleihen halten, den Rest als Einlagen bei der Notenbank.

Auf Obergrenzen für Privatpersonen verzichtet die Bank, nachdem sie im November 2025 noch 20.000 Pfund je Coin vorgeschlagen hatte. Stattdessen begrenzt sie vorübergehend die Ausgabe auf 40 Milliarden Pfund je Stablecoin. Die Regeln sollen bis Ende 2026 stehen, ab 2027 könnten regulierte Stablecoins in Großbritannien starten. Breeden nannte das Regelwerk damals weltweit führend.

Eurozone und USA gehen andere Wege

In der Eurozone ist das Projekt einer digitalen Zentralbankwährung politisch weiter. Der Rat der EU legte seine Position im Dezember 2025 fest, das Europäische Parlament gab im Juli grünes Licht für Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten. Beschlossen ist das Gesetz damit noch nicht. Wird es 2026 verabschiedet, will die EZB 2027 einen Pilotversuch starten und 2029 bereit für eine erste Ausgabe sein.

Die USA haben sich gegen eine digitale Zentralbankwährung entschieden. Präsident Donald Trump untersagte Bundesbehörden im Januar 2025 per Dekret, eine solche Währung einzuführen oder zu fördern. Seit dem 11. Juli 2026 verbietet zudem ein Gesetz der US-Notenbank Federal Reserve, bis Ende 2030 eine digitale Zentralbankwährung auszugeben. Die Regel steckt in einem Wohnungsbaugesetz, das ohne Trumps Unterschrift in Kraft trat.