Wien bekommt ein Denkmal für den Erfinder von Bitcoin. Am Mittwoch um 17 Uhr enthüllt der Verein Bitcoin Austria im Stadtentwicklungsgebiet Viertel Zwei in der Leopoldstadt eine Statue von Satoshi Nakamoto. Die Edelstahlfigur zeigt einen sitzenden Programmierer am Laptop. Die Skulptur stammt von der Satoshi Gallery, dem Projekt der italienischen Künstlerin Valentina Picozzi, und ist Teil des weltweiten Kunstprojekts „21 Nodes“, das Satoshi-Statuen an bedeutenden Orten rund um die Welt verbindet. Ein Porträt ist sie nicht, denn die Identität hinter dem Pseudonym hat bis heute niemand belegt.
Satoshi Nakamoto kommt nach Wien: Bitcoin Austria enthüllt Statue

Das Wichtigste auf einen Blick
- Bitcoin Austria enthüllt am Mittwoch um 17 Uhr im Wiener Viertel Zwei eine Statue des Bitcoin-Erfinders Satoshi Nakamoto; es ist der erste Standort der Serie „21 Nodes“ in Österreich.
- Die Figur der Satoshi Gallery besteht aus 61 Edelstahlprofilen und ist von der Seite klar zu erkennen, von vorn aber fast unsichtbar; das soll für Satoshis Anonymität stehen.
- Bezahlt haben die Statue mehr als 120 Privatpersonen und mehrere Unternehmen, an erster Stelle der Wiener Krypto-Broker Bitpanda; das Spendenziel von mehr als 1,3 Bitcoin ist erreicht.
Von vorn fast unsichtbar
Gefertigt ist die Skulptur nach Angaben von Bitcoin Austria aus 61 auf Hochglanz polierten Profilen, die auf einem Sockel aus Cortenstahl stehen. Seitlich betrachtet ergibt sich eine klare Gestalt, von vorn löst sie sich nahezu auf. Wer sich dahinterstellt, leiht der Figur für die Umstehenden gewissermaßen sein eigenes Gesicht. Der Verein verweist dazu auf das Motto „We are all Satoshi“: Seit Satoshis Rückzug führe niemand Bitcoin an, viele Menschen hielten das Netzwerk mit eigenen Nodes und neuem Code am Laufen.
Tobias Girstmair vom Verein sagte der Wiener Tageszeitung Der Standard, die Figur ehre keine einzelne Person. Sollte Satoshis Identität eines Tages bekannt werden, bleibe sie unverändert. Die Zeitung beziffert die Höhe der Figur auf rund 90 Zentimeter, der Sockel misst weitere 60.
Lugano, New York, Tokio – jetzt Wien
Für „21 Nodes“ plant Picozzi 21 Statuen, jede in einem anderen Land; die Zahl verweist auf die Obergrenze von 21 Millionen Bitcoin. Den Anfang machte im Oktober 2024 Lugano, wo die Statue beim Plan-B-Forum enthüllt wurde. Dort sorgte sie im August 2025 für Aufsehen, als sie verschwand und kurz darauf am Seeufer wiedergefunden wurde.
Weitere Statuen stehen laut Bitcoin Austria vor der Tokyo Bitcoin Base in Tokio, in Hanoi, im Küstenort El Zonte in El Salvador und im Museum der New Yorker Börse. Die Figur an der Wall Street kam im Dezember 2025 hinzu, die Satoshi Gallery bezeichnete sie damals als sechste von 21. Welche Nummer die Wiener Statue trägt, geben die Veranstalter nicht an.
Nicht zur Serie gehört eine Satoshi-Büste in Budapest, die als erstes Denkmal für den Bitcoin-Erfinder gilt. Sie wurde im September 2021 im Graphisoft Park enthüllt, einem Technologiepark der ungarischen Hauptstadt. Gestaltet haben sie die Bildhauer Réka Gergely und Tamás Gilly, bezahlt wurde sie mit Spenden in Kryptowährungen. Auch dort sehen Betrachter im Gesicht der Bronzefigur ihr eigenes Spiegelbild, weil es aus einem polierten Aluminiumverbund besteht.
Spenden statt eines Großsponsors
Einen einzelnen Großspender wollte Bitcoin Austria bewusst vermeiden. Die Spendenkampagne lief von Dezember 2025 bis August 2026, mehr als 120 Privatpersonen beteiligten sich. Ganz oben auf der Sponsorenliste steht als sogenannter Genesis-Sponsor der Wiener Krypto-Broker Bitpanda, der ebenfalls in der Leopoldstadt sitzt. Unterstützt haben außerdem unter anderem der Vermögensverwalter Incrementum und das Viertel Zwei selbst.
Das Ziel lag laut dem Spendenaufruf von Bitcoin Austria bei mehr als 1,3 Bitcoin, nach dem Kurs vom Mittwoch knapp 97.000 Euro. Spenden, die jetzt noch eingehen, sollen Unterhalt, Versicherung und kleinere Reparaturen der Statue decken.
Warum Wien
Dass die Statue in Wien steht, führt der Verein auf die Österreichische Schule der Nationalökonomie zurück. Ihr Begründer Carl Menger erklärte die Entstehung von Geld aus dem Tauschhandel, ganz ohne Zutun des Staates. Friedrich August von Hayek plädierte Jahrzehnte später dafür, Währungen miteinander konkurrieren zu lassen. Bitcoin Austria selbst reicht fast bis zu den Anfängen von Bitcoin zurück: Im Juli 2011 traf sich der erste Stammtisch in Wien, die Enthüllung ist zugleich die Feier zum 15-jährigen Bestehen.
Wer Satoshi ist, bleibt offen
Satoshi Nakamoto veröffentlichte das Bitcoin-Whitepaper am 31. Oktober 2008 und zog sich nach dem Start des Netzwerks zurück. Der Australier Craig Wright behauptete jahrelang, Satoshi zu sein, bis ein britisches Gericht im März 2024 feststellte, dass er es nicht ist. Eine HBO-Dokumentation hielt 2024 den kanadischen Entwickler Peter Todd für Satoshi, die New York Times im April 2026 den britischen Kryptografen Adam Back. Beide bestreiten das, und einen kryptografischen Beweis, etwa eine mit Satoshis Schlüsseln signierte Nachricht, gibt es bis heute nicht.
Auch die Coins, die Satoshi in den ersten Monaten des Netzwerks geschürft haben soll, wurden seither nicht bewegt. Das Analyseunternehmen Arkham schätzt sie auf rund 1,1 Millionen Bitcoin. Beim Kurs vom Mittwochvormittag von rund 74.300 Euro wären sie gut 81 Milliarden Euro wert.















