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BingX erhält MiCA-Lizenz in Wien: Österreich lockt Kryptobörsen

Die Kryptobörse Bingx hat eine Zulassung nach der EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA) erhalten. Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) erteilte sie am Dienstag der MEGE zweite GmbH, die unter dem Namen Bingx EU auftritt. Damit darf das Unternehmen von Wien aus Kryptowerte verwahren, tauschen und übertragen und diese Dienste nach einem Meldeverfahren im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) anbieten. Einen Starttermin nennt Bingx nicht.

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BingX erhält MiCA-Lizenz in Wien: Österreich lockt Kryptobörsen

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die österreichische Finanzmarktaufsicht FMA hat der Bingx-Gesellschaft MEGE zweite GmbH am 13. Oktober eine Zulassung als Kryptowerte-Dienstleister nach MiCA erteilt.
  • Die Lizenz deckt Verwahrung, Tausch gegen Geld oder andere Kryptowerte sowie Transfers ab; eine Handelsplattform darf Bingx EU damit nicht betreiben.
  • Es ist die zwölfte MiCA-Zulassung der FMA; wann Bingx EU in den übrigen 29 Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums startet, ist offen.

Vier Dienste, keine Handelsplattform

Die Zulassung umfasst nach Angaben der FMA vier der zehn Dienste, die MiCA kennt. Bingx EU darf Kryptowährungen für Kunden verwahren, sie gegen Geld oder gegen andere Kryptowährungen tauschen und Transfers für Kunden ausführen. Beim Tausch handelt das Unternehmen auf eigene Rechnung, tritt also wie ein Broker selbst als Gegenpartei auf. Den Betrieb einer Handelsplattform, auf der sich Käufer und Verkäufer treffen, deckt die Lizenz nicht ab, ebenso wenig Beratung oder Vermögensverwaltung.

Auch Derivate wie Futures fallen nicht unter MiCA, sie gelten als Finanzinstrumente und unterliegen anderen Regeln. Bingx selbst beschreibt sich als Handelsplattform für mehrere Anlageklassen mit mehr als 40 Millionen Nutzern weltweit. Im September 2024 hatten Angreifer die Börse um rund 52 Millionen Dollar erleichtert.

Wien als Standort für Kryptobörsen

Bingx ist die zwölfte Kryptofirma, der die FMA seit Inkrafttreten von MiCA eine Zulassung erteilt hat. Die erste ging im April 2025 an Bitpanda. Seither haben mehrere internationale Kryptobörsen ihre EU-Gesellschaften in Wien angesiedelt, darunter Bybit, Kucoin und OSL. Im Juni folgte Whitebit.

Im europäischen Vergleich liegt Österreich damit im Mittelfeld. Mit Abstand die meisten Anbieter sind in Deutschland zugelassen: Das Register der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (Esma) zählte dort Anfang Oktober 103 Einträge, in Frankreich 36.

Was Kunden jetzt beachten sollten

Seit dem 1. Juli dürfen Anbieter ohne MiCA-Zulassung Kunden in der EU keine Kryptodienste mehr anbieten. Kunden solcher Anbieter genießen laut Esma keinen Schutz nach MiCA, auch nicht für ihre Vermögenswerte. Die Behörde rät, im Register zu prüfen, ob der eigene Anbieter zugelassen ist. Für Nutzer von Bingx kommt es damit darauf an, ob sie ihre Dienste bei der zugelassenen EU-Gesellschaft beziehen.

Bingx-EU-Chef Daniel Lai erklärte, Vorrang habe ein vertrauenswürdiges und vor Ort reguliertes Handelsangebot für europäische Nutzer. Das Unternehmen bereite den Start in den 29 EWR-Staaten vor und arbeite dafür weiter mit der FMA und anderen Aufsichtsbehörden zusammen.